Ökumenisches Friedensgebet

immer am ersten Montag jeden Monats um 17.30 Uhr

Einladung zum Friedensgebet am Montag, 1. März, 17.30 Uhr „WENN DIESE SCHWEIGEN WERDEN, SO WERDEN DIE STEINE SCHREIEN“ - das antwortet Jesus als von ihm verlangt wird, den lauten, öffentlichen Lobpreis Gottes zum Schweigen zu bringen. (Lukas 19, 40. Monatspruch März) Über 30 Jahre lang hat die ökumenisch zusammengesetzte Potsdamer Gruppe „Christen für den Frieden“ öffentlich um Frieden gebetet – für die Stadt und für die Welt. Die Gruppe, die sich zuletzt in der Französischen Kirche traf, gibt es nicht mehr. Aber sollen wir zulassen, dass nun an deren Stelle nur noch „die Steine schreien“? Wir treffen uns als die Nächsten Friedensbewegten wieder am ersten Montag im Monat, 1. März, 17.30 Uhr, zum halbstündigen Gebet um Frieden. Im März auf jeden Fall noch per ZOOM.

Wer teilnehmen möchte, sende btte eine email an: dienaechsten@gmx.de.

ein Interview

zur Garnisonkirche mit Uta Brux und Hans Misselwitz

ein Brief

des Internationalen Versöhnungsbunds an den Ratsvorsitzenden der EKD Herrn Bedford-Strohm

Sehr geehrter Herr Ratsvorsitzender Bedford-Strohm, sehr geehrte Damen und Herren, in Potsdam liegen die Anfänge des Internationalen Versöhnungsbundes. Einer ihrer Gründer, Friedrich Siegmund-Schultze, war Pfarrer an der preußisch-königlichen Friedenskirche. Er wandte sich 1911 von der kaiserlichen Hofwelt ab und suchte die Nähe zu Arbeiter*innen und ihren Kindern in Ost-Berliner Arbeitervierteln. 1914, zu Beginn des Ersten Weltkrieges, begründete er zusammen mit dem Engländer Henry Hodgkin den Internationalen Versöhnungsbund - mit dem Versprechen, nicht aufeinander zu schießen. Als deutscher Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes sind wir darum auch mit der Geschichte Potsdams verbunden. Die Wiederrichtung der Garnisonkirche zu Potsdam, die u.a. auch mit Kirchensteuergeldern der Evangelischen Kirche in Deutschland finanziert wird, stellt uns vor die drängende Frage: Warum wird kein Bruch mit der Vergangenheit vollzogen? Der Turm der Garnisonskirche soll originalgetreu wiedererrichtet werden. Er war übersät mit militaristischen Zeichen und Symbolen. Warum soll dahin zurückgekehrt werden? Das Gebäude diente dem Militarismus preußisch-deutscher Tradition. Das Leben junger Männer wurde in den Dienst von Interessen gestellt, die nicht dem Auftrag Jesu Christi, wie er in der Bergpredigt zum Ausdruck kommt, entsprechen. Der Tag von Potsdam am 21. März 1933 steht in ungebrochener Tradition einer Militärverherrlichung, die mit und in diesem Gebäude zelebriert wurde. Die deutschen Eroberungskriege im Zweiten Weltkrieg wurden auch von hier aus gerechtfertigt und gesegnet. Eine Wiederrichtung auch nur eines Teils dieses Gebäudes ohne einen deutlich sichtbaren Bruch, der klarmacht, dass er nie mehr zu militaristischen Zwecken und von Rechtsextremisten benutzt werden kann, ist für uns unverständlich. Wir meinen: Potsdam hat Besseres verdient. Darum bitten wir Sie, sich mit Nachdruck gegen die Wiedererrichtung der Garnisonskirche in originalgetreuer Form einzusetzen. Mit freundlichen Grüßen Dr. Annette Nauerth, Vorsitzende des Deutschen Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes - für den Gesamtvorstand -

ein offener Brief

von Friedenstheologe Dr. Matthias-W. Engelke vom Förderkreis Darmstädter Signal

SOLDATEN BRAUCHEN KEINE GARNISONKIRCHE Seit 2008 existiert die Stiftung Garnisonkirche. Seitdem wirbt sie mit Unterstützung der Kirche Gelder dafür ein, die Garnisonkirche zu Potsdam wieder zu errichten. Gegenwärtig ist der Turm im Bau. Aber die Arbeit stockt. Das Geld ist alle. Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland hat diesen Bau mit Kirchensteuergeldern unterstützt und soll ihn auch weiterhin unterstützen. Nach Worten des Gründers und Hauptbetreibers der Stiftung, Wolfgang Huber, soll die wiedererrichtete Garnisonkirche auch als Gedenkstätte der ums Leben gekommenen Bundeswehrsoldaten zu gedenken. Als aktive und ehemalige Soldaten vereint im Förderkreis Darmstädter Signal erklären wir: Soldaten brauchen keine Garnisonkirche Die Garnisonkirche zu Potsdam ist vom Tag ihrer Grundsteinlegung an unter de, preußischen König Friedrich Wilhelm I. an ein Zeichen des deutschen Militarismus. Militarismus ist eine übersteigerte Wertschätzung staatlich tötender Gewalt, mit dem Ziel alle anderen gesellschaftlichen und staatlichen Bereiche dafür zu instrumentalisieren. Die Garnisonkirche ist dafür ein Beweis, ist es doch dort gelungen das Christentum in den Dienst des Militarismus zu stellen. Das brauchen wir nicht. Die Garnisonkirche diente zur Verherrlichung von Eroberungs- und Kolonialkriegen. Der sogenannte Tag von Potsdam am 21. März 1933 ist kein Ausrutscher, sondern steht in einer ungebrochenen Tradition des Gebäudes. Mitgliedern der AfD diente der wiedererrichtete Turmbau zu Potsdam bereits zu ihrer Werbung. Das brauchen wir nicht. Auch wenn Mitglieder des deutschen Widerstandes vom 20. Juli 1944 mit der Garnisonkirche verbunden waren, macht dies die Wiedererrichtung der Garnisonkirche nicht nötig.

Dafür gibt es bessere und längst übliche Gedenkorte. Ein Gebäude, in dem Generationen von Soldaten eingeschworen worden sind, den Tod mehr als das Leben zu lieben und nicht darin ermutigt wurden, verbrecherischen Befehlen mit der Kraft ihres Gewissens zu widerstehen, das brauchen wir nicht. Wir rufen dazu auf: Stoppt den Turmbau zu Potsdam. Wir brauchen keine Garnisonkirche zu Potsdam.

Christen brauchen keine Garnisonkirche

Unser Vorschlag für einen neuen Dreiklang:

Schuld, Demut, Trost

Gedanken zum Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam

Ce n'est pas une église.

Dass dies keine Kirche werden soll, wissen wir schon eine Weile. Seit der Veröffentlichung des Nutzungskonzepts vor einigen Monaten ist erkennbar, es wird ein Aussichtsturm mit Versöhnungszentrum, Ausstellung und Kapelle. Das lang erwartete inhaltliche Konzept wird noch vermisst. Vor einigen Tagen wurde publik, dass die Bundeswehr plant, die Ausstellung zu fördern, und dass somit das Militär in diesem Versöhnungsprojekt mit dem alten Namen Garnisonkirche offenbar weiterhin eine gewichtige Rolle spielen wird, falls dieses Geldgeschenk angenommen wird.

Steinerner Traum

Diejenigen, die von der Auferstehung der Garnisonkirche träumen, haben sicherlich die gewaltige Baumasse vor Augen, in historischer, fast authentischer Bauart Ziegel um Ziegel errungen. Sie freuen sich auf eine gelungene Kopie, deren steinerne Schönheit sie feiern möchten.

Der Schrecken

Diejenigen, die auf ein Versöhnungszentrum hoffen, werden möglicherweise einen argen Schrecken bekommen, wenn sie dereinst in den Turm eintreten möchten. Rechts und links des Hauptportals werden sich dann sandsteinerne Trophäen mit Harnischen, geschmückten Helmen sowie Säbeln und Pistolen in den Blick schieben. Ist solch ein Portal angemessen für ein Versöhnungszentrum? Derzeit ist vorgesehen, den Bau durch den Seiteneingang zu betreten, so dass der Bauschmuck möglicherweise nicht zu sehr irritiert. Vielleicht werden dennoch bei einigen BesucherInnen ähnliche Fragen entstehen, welche uns als GegnerInnen des Turmbaus seit einigen Jahren umtreiben und uns nicht zur Ruhe kommen lassen.

Der Spott

Leider gibt es hier nicht den dringend nötigen und im von der Stadtkirche Anfang der 2000er Jahre erarbeiteten Spirit of change geforderten „Bruch am Turm“. Wären klare Symbole des Friedens an dieser Stelle nicht angebrachter? Es klingt verspottend, wenn auf dem Sockel steht: Richte meine Füße auf den Weg des Friedens und Kriegswerkzeuge darüber diese biblische Bitte verhöhnen.

Frieden

Landen wir hier bei der Grundsatzfrage, wie Frieden geschaffen werden kann: als bewaffneter Friede oder durch Schwerter zu Pflugscharen? Wird hier nicht bedacht, welche Wirkung steinerner Bauschmuck hat und übernimmt man bedenkenlos das barocke Erscheinungsbild ? Im Osten des Landes wurde die friedliche Revolution möglich durch die von den Kirchen bewusst friedlich ausgehenden Demonstrationen mit Kerzen, Gesängen und Trommeln.

Neuer Bauschmuck

Nicht erst in diesem Jahr gab es die Idee, den Bauschmuck des Turms anders zu gestalten und sich mit einer Ausschreibung an KünstlerInnen aller Länder, mit denen es noch immer einer Versöhnung und vor denen es eines klaren Schuldbekenntnisses bedarf, um Ideen und Entwürfe für das Projekt zu bitten. In der Stiftung Garnisonkirche, im Nagelkreuzzentrum wurde vor einigen Jahren darüber gesprochen. Warum verlief dieses Vorhaben offensichtlich im Sand? Philipp Oswalt hat mit seinem eigenen Vorschlag Anfang diesen Jahres noch einmal die Öffentlichkeit wachgerüttelt. Es heißt, der figürliche Schmuck sei bereits in Arbeit, natürlich Kopien des historischen, kopiert durch Lasertechnologie. Die erste Flammenvase steht bereits seit ein paar Wochen auf dem Bau. Diese Teile wären in einem Museum besser aufgehoben.

Bildlicher Dreiklang

Auf der Startseite der homepage der Stiftung Wiederaufbau Garnisonkirche wird bislang die Geschichte des Gebäudes in Ausschnitten beleuchtet: nämlich in denjenigen, die den Wiederaufbau gut zu erzählen vermögen. Hier finden wir als Dreiklang : Erbauung, Sprengung und Wiederaufbau. Dies klingt allen ernsthaft Diskutierenden nach Hohn. Hier fehlen Nutzung, Missbrauch und Fall des Gotteshauses. „Sprengung der Kirche 1968“ suggeriert, dass eine intakte Kirche gesprengt wurde. Dabei war sie eine kriegszerstörte Ruine, durch Bomben 1945 dem kriegerischen Streben zum Opfer gefallen, als der Krieg dort angekommen war, von wo er gestartet wurde.

Ein neuer Dreiklang

Wir schlagen einen neuen Dreiklang für den Turmbau vor: Schuld, Demut, Trost Noch ist es nicht zu spät, den Turmbau zu stoppen für das notwendige Innehalten. Jetzt ist Zeit, im Innehalten eine Form zu gestalten, die dem Inhalt folgt: Reue und Gewissen, Schuldbekenntnis und Bruch sowie Aufbruch in friedlichere Zeiten auch äußerlich zu demonstrieren. Ein leichtes Zelt als Abschluss des Bauprojekts auf die Aussichtsplattform zu setzen ist dabei eine von vielen möglichen Überlegungen, die wir dringend wirklich miteinander diskutieren sollten. Jetzt.

Das falsche Zeichen

Der lange Schatten

unsere Position zur Anhörung im Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung am 24.1.2020:

Friedensandacht in der Friedensdekade

Der Widerstand gegen das Turmbauprojekt bleibt ungebrochen

unsere Profilgemeinde lädt ein zwischen Kanonenkugel, Adler und Turmbau: singen, beten, Friedenstauben falten, und miteinander ins Gespräch kommen, Christen und Nichtchristen Wir fordern am Ort jahrzehntelanger Verherrlichung von Militär und Verachtung der Demokratie: Frieden schaffen ohne den Symbolbau für Militärs und Nationalisten Antworten auf den Wiederaufbau der unnützen Militärkirche lauten: Frieden schaffen ohne Waffen und Schwerter zu Pflugscharen

Wir beten für den Frieden

Nächste Gebet sonntags 18 Uhr

GOTT,

HEILIGE GEISTKRAFT,

im Gebet verbunden

mit allen Frieden-Suchenden

bitten wir DICH: 

DEIN Reich komme.

 

DEIN Reich, GOTT, 

ist nicht von dieser Welt;

doch in dieser Welt

erleben wir DEINE Gegenwart:

Arbeit und Ruhe belebst DU

durch DEIN Wort.

Für alle Zeichen DEINER Nähe danken wir DIR.

 

HEILIGE GEISTKRAFT,

von DIR getrieben

erweisen wir uns als DEINE Kinder,

und bitten:

Lass uns suchen und finden

was dem Frieden dient.

Rüttle uns auf, 

dass wir uns nicht einlullen lassen von falschen Versprechungen.

Ermutige uns Konflikten nicht auszuweichen

und im Anderen DICH zu entdecken.

Festige uns darin 

uns nicht abzufinden mit faulem Frieden.

Wenn wir außer Atem kommen 

auf der Jagd nach dem Frieden,

schenke DU uns innere Stille,

damit wir in JESUS CHRISTUS bleiben, DEINEM Sohn.

Lass uns Verbündete finden im Bestreben

gotteslästerliche Türme 

nicht in die Höhe wachsen zu lassen.

 

Wir suchen DEINEN Frieden, GOTT,

Durchdringe uns mit dem GEIST der Seliggepriesenen. Amen

Anlässlich des 15jährigen Jubiläums des Rufs aus Potsdam hier unser Gegenruf:

Gegenruf zum
"Ruf aus Potsdam"

Als Einleitung der Schlacht um Berlin (16.4. - 2.5.45) bombardierte die Royal Air Force am 14.April 1945 die Garnisonstadt Potsdam und zerstörte die von den Nationalsozialisten verehrte Garnisonkirche. Seit Jahrzehnten wurde dort für den Krieg gepredigt. ■ Das sowjetische Militär schenkte das staatliche Kir- chenareal der Garnisonkirchengemeinde. Diese richtete sich 1950 eine Kapelle in der Ruine ein. Die Evangelische Kirche entschied, die Garnisonkirche in Heilig-Kreuz-Kirche umzubenennen. Zu Gunsten des Wiederaufbaus der Nikolaikirche nahm sie später den Abriss der Ruine in Kauf. Besonders protestierte z.B. der einstige Nazi-Ideologe Winfried Wendland aus dem Kirchlichen Bauamt. ■ 1968 enteignete die DDR die Heilig-Kreuz-Gemeinde. Die Gemeinde wurde großzügig entschädigt und konnte das Heilig- Kreuz-Haus zu einem modernen Gemeindezentrum ausbauen. Die Kirchenruine sprengte man (wie etwa gleichzeitig die Garnisonkirche in Hannover) trotz verschiedener Proteste. Die abgetragene Garnisonkirche blieb eine Symbolkirche rechter Nationalisten in der Bundesrepublik. Großspenden belegen das. ■ Wir finden uns nicht damit ab, dass dieses Symbol wieder entstehen soll. Wir rufen auf, den Wiederaufbau zu verhindern.

 

UNTERSTÜTZEN SIE UNS !

Das Areal der Garnisonkirche soll einer geschichtsbewussten Friedensarbeit dienen. Friedensarbeit darf kein Mittel sein, um den Bau eines umstrittenen Turms zu legitimieren. "Der befreiende Ruf des Evangeliums" braucht keinen riesigen Turm. Bereits die Wiederaufbaupläne für die Garnisonkirche bestärken Nationalisten und Antidemokraten. Der lan- ge schwer belastete Ort der Garnisonkirche, an dem man oft für Krieg und Gewalt, für Monarchie und Diktatur zusammenkam, muss einen eindrücklichen Bruch in der äußeren Gestalt erfahren. ■ Der architektonische Stellenwert der alten Garnisonkirche ist umstritten, ihr Baumeister zweitrangig. Der Potsda- mer Dreikirchenblick war historisch wechselhaft. ■ Kein Widerständler ist bekannt, den Predigt oder Seelsorge an der Garnisonkirche zum Widerstand inspirierte. Belegt ist jedoch geistliche Inspiration zu Kriegen. ■ Die Garnisonkirche wurde nicht nur im März 1933 missbraucht. Der Auftritt Hitlers war lediglich ein Höhepunkt einer Kontinuität gotteslästerlichen Missbrauchs und jahrzehntelanger Kriegsverherrlichung.

■ Wer Frieden gestalten will, muss aus der ganzen Geschichte lernen und darf nichts davon verleugnen.

Wir wollen uns die Geschichte Potsdams nicht ver

harmlosen lassen, um einen Barockturm zu ermöglichen. Dieser ist kein Schuldbekenntnis und verhöhnt die Opfer der Kriege.

Die Befürworter des Kirchennachbaus unterstützen – teilweise ahnungslos und teilweise wissend – Neonationalisten und Antidemo- kraten. Für diese entsteht ein Tempel und Anlaufpunkt, an dem unseliges Preußentum wiederbelebt werden kann. Ausstellungsvitrinen und Vorträge werden das nicht verhindern.

Ein Erstunterzeichner des "Ruf aus Potsdam" ist Alexander Gauland.

 

HELFEN SIE UNS, DEN WIEDERAUFBAU DER POTSDAMER GARNISONKIRCHE ZU VERHINDERN !

Vor 15 Jahren hieß es, der Aufbau der Garnisonkirche(!) soll bis 2010/2012 abgeschlossen sein. Die erwartete finanzielle "Unterstützung aus den Staaten, die an dem von uns Deutschen entfesselten Zweiten Weltkrieg beteiligt waren" blieb geradezu demonstra- tiv aus. Die Spenden liegen insgesamt weit unter den Prognosen. Die Bauplanung ist unseriös. Unserer Stadt soll eine berüchtigt "berühmte Barockkirche zurückgegeben" werden, obwohl es ein beeindruckendes Bürgervotum dagegen gibt. Die Stadt- verordnetenversammlung hat deshalb beschlossen, sich für die Auflösung der Stiftung Garnisonkirche einzusetzen. Die kirchennahe Stiftung Garnisonkirche täuscht und manipuliert die Öffentlichkeit, verdunkelt ihre Finanzen und spaltet die Gesellschaft unversöhnlich.

 

Wir wenden uns an alle Menschen, die mutig und aufrichtig aus unserer Vergangenheit lernen wollen und sich für Frieden ohne alte Wahrzeichen von Krieg und Gewalt einsetzen.

 

die Nächsten, Profilgemeinde in Potsdam Potsdam, 14. Januar 2019

 

Ruf aus Potsdam

Der Zweite Weltkrieg war bereits entschieden, als ein Luftangriff am 14. April 1945 die Potsdamer Mitte in Trümmer legte. Die berühmte Hof- und Garnisonkirche fing Feuer und brannte aus. Das holländische Glockenspiel stürzte in die Tiefe und zerschellte. ■ Nach dem Krieg richtete sich die evangelische Zivil- gemeinde 1950 im Turm ein. Sie ließ aus Resten des Glockenspiels zwei neue Glocken gießen und feierte wieder ihre Gottesdienste. Ein neuer Geist war in die alten Mauern eingezogen. Der Wiederaufbau wurde geplant und vorbereitet. ■ Im Jahre 1968 folgte die rechtsstaatswidrige Enteignung der Kirchengemeinde und die Sprengung der wiederaufbaufähigen Kirche. Die zahlreichen Proteste aus dem In- und Ausland wurden ignoriert. Doch selbst die Zerstörung der Kirche konnte nicht verhindern, dass die Garnison- kirche bei zahlreichen Menschen, die Potsdam lie- ben, als Wahrzeichen bis auf den heutigen Tag lebendig blieb. ■ Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass es bei der Hinrichtung dieses einmaligen und geschichtsträchtigen Bauwerks bleiben soll. Wir rufen zu einer weltweiten Hilfsaktion für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche auf.

 

 

UNTERSTÜTZEN SIE UNS !

Die Garnisonkirche soll zukünftig als offene Stadtkirche ein Gotteshaus für Suchende und Glaubende werden.
Der befreiende Ruf des Evangeliums soll von hier wieder erschallen. In diesem Gotteshaus könnte zu- künftig das Gedächtnis geprägt, das Gewissen geschärft und die Zukunft gestaltet werden. Die wieder aufgebaute Kirche soll zu einem Zentrum für Frieden und Versöhnung werden. Unser Aufruf protestiert gegen die ideologisch motivierte Zerstörung Potsdams in der Vergangenheit und bringt zum Ausdruck, dass Menschen gegen Krieg und Gewalt, gegen Diktatur und Zerstörung zusammenstehen. ■ Die Potsdamer Garnisonkirche war ein Hauptwerk des preußischen Barock. Ihr Baumeister, PHILIPP GERLACH (1697 - 1748), gilt als Meister des Turms in der Landschaft. Die Garnisonkirche hatte die Funktion eines Leitbaus für Potsdam. Sie war prä- gender Bestandteil des berühmten Potsdamer Dreikirchenblicks. Zivilisten und Soldaten, Hofgesellschaft und Bürger, Waisenhauskinder und Erwachsene, Reformierte und Lutheraner versammelten sich hier unter dem Wort Gottes.

JOHANN SEBASTIAN BACH spielte vor FRIEDRICH DEM GROSSEN die berühmte Wagner-Orgel. Europas Herrscher fanden sich ein, um der hier ruhenden preußischen Könige zu gedenken. In dieser Kirche

schlossen sich 1817 die Reformierten und Luthera- ner in Preußen zur Evangelischen Kirche der Union zusammen. Viele der Männer des Widerstands, ins- besondere des 2o. Juli 1944, waren Gemeindeglieder der Garnisonkirche. ■ Die Garnisonkirche wurde missbraucht: Am 21. Marz 1933 nutzten die Nationalsozialisten sie schändlicherweise für eine Inszenierung, die ihre Gegner zu Befürwortern machen soll- te. ■ Wer Zukunft gestalten will, muss die Geschich- te kennen. Wir wollen uns unsere Geschichte nicht nehmen lassen. In Kontinuität und Bruch stellen wir uns der Vergangenheit in ihrer ganzen Zwiespältig- keit. Deshalb rufen wir alle Menschen auf, die Potsdam in ihr Herz geschlossen haben:

 

HELFEN SIE UNS BEIM WIEDERAUFBAU DER POTSDAMER GARNISONKIRCHE !

Weder die Evangelische Landeskirche noch das Land Brandenburg, weder die Stadt Potsdam noch der Evangelische Kirchenkreis Potsdam können das Geld für den Wiederaufbau allein aufbringen. Wir rufen diejenigen zur weiteren Mitarbeit auf, die be- reits gespendet haben.

Wir hoffen auf Unterstützung aus den Staaten, die an dem von uns Deutschen entfesselten Zweiten Welt- krieg beteiligt waren.
Wir wenden uns an die Potsdamerinnen und Pots- damer in der Stadt und in der Welt.

 

Wir wenden uns an alle Menschen, die mithelfen können, unserer Stadt ihre berühmte Barockkirche zurückzugeben.

 

Fördergesellschaft für den Aufbau der Garnisonkir- che i. G.
Potsdam, Villa Arnim, den 14. Januar 
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